Regensburg, 7. März 2026 – Während die Stadt langsam erwachte, herrschte in der Sporthalle bereits geschäftiges Treiben. Um 8 Uhr begannen die Vorbereitungen für ein Projekt, das weit über einen gewöhnlichen Lehrgang hinausgeht: Der Präsenztag zur Ausbildung der neuen Sportassistenten. Punkt 9 Uhr fiel der Startschuss für 18 motivierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die unter der fachkundigen Leitung von Jakob Prechtl (Uni Würzburg) in einen intensiven Tag starteten.
Als Mitveranstalter – an der Seite des BVS-Bayern und in Kooperation mit der Universität Würzburg – blickt der FC Inter 09 Regensburg auf ein Event zurück, das zeigt: Inklusion ist kein theoretisches Konstrukt, sondern gelebte Praxis.
Theorie trifft Herzblut: Was gelernt wurde
Die Ausbildung zum Sportassistenten ist das Fundament für ein sicheres Miteinander im Verein. Jakob Prechtl gelang es, die 18 Teilnehmer, die aus völlig unterschiedlichen Altersgruppen und mit verschiedensten Hintergründen angereist waren, auf ein gemeinsames Level zu bringen.
Der Lehrplan war straff, aber lebendig:
- Rechtliche & theoretische Grundlagen: Was muss ich als Assistenz wissen? Wo liegen Verantwortlichkeiten?
- Praxisnahe Übungseinheiten: In lebensnahen Simulationen lernten die Teilnehmer, wie man Barrieren im Kopf und in der Halle abbaut.
- Sicherheit im Umgang: Besonders der spielerische Umgang mit Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungsformen stand im Fokus. Das Ziel: Berührungsängste nehmen und durch Wissen Sicherheit ersetzen.
Ein bunter Mix als Erfolgsrezept
Ein besonderes Highlight, das auch Mitorganisator Christoph Högl/FC Inter 09 in seinem Resümee betonte, war die heterogene Zusammensetzung der Gruppe. Während viele Fortbildungen oft im „eigenen Saft“ schmoren, trafen hier Jung und Alt, Profis und Neulinge aufeinander. Dieser Austausch verhinderte, dass wichtige Fragen schon im Keim erstickt wurden. Es entstand ein lebendiger Dialog, der die Ausbildung vielseitiger und detaillierter machte, als es ein reines Lehrbuch je könnte.
Ohne Mampf kein Kampf: Kulinarik durch das Team um Maria
Ein herzliches Dankeschön geht an unser vereinseigenes Catering-Team um Maria. Sie versorgten die Gruppe den gesamten Tag über mit köstlichen Speisen und Getränken. Diese Pausen waren essenziell, um die kompakten Inhalte sacken zu lassen und sich untereinander zu vernetzen.
Ein kritischer Blick auf die Zukunft des inklusiven Sports
Trotz der Aufbruchstimmung wurden auch ernste Themen besprochen. Der Sportassistenz-Tag legte offen, woran es im System oft noch hakt:
- Wahrnehmung & Wertschätzung: Sport darf nicht nur „schneller, höher, weiter“ sein. Er ist mehr als ein Platz auf dem Treppchen – er ist Teilhabe.
- Logistische Hürden: Es ist erschütternd, dass junge Menschen oft nicht aus mangelndem Interesse fehlen, sondern weil die Begleitung oder der Transport fehlt. Hier setzen die neuen Sportassistenten als wichtige Stütze an.
- Kontaktflächen schaffen: Viele Vereine zögern noch, ihre Angebote zu öffnen. Die Ausbildung beim FC Inter 09 durch BVS und Uni Würzburg ist ein klarer Aufruf gegen die Angst vor Überforderung und für mehr Mut zur Öffnung.
Fazit: Ein erster, wichtiger Schritt
Die Zeit war knapp, die Themen komplex – und doch war dieser Tag ein Meilenstein. Wir bedauern zwar, dass nicht alle angefragten Vereine die Chance nutzten, ihre Sportarten zu präsentieren, doch die Resonanz der Teilnehmer gibt uns recht: Dieser Präsenztag darf kein Einzelfall bleiben.
Wir sind stolz auf unsere 18 neuen (angehenden) Sportassistenten, die nun mit mehr Selbstvertrauen und Fachwissen in ihre Vereine zurückkehren. Gemeinsam machen wir den Sport in Regensburg und der Region ein Stück inklusiver!


