Angeregt durch einen Bericht über den inklusiven e-Bike-Verleih in Bogen wollte ich mir diesen ansehen und auch den Radweg befahren, der auf der früheren Bahntrasse von Bogen über Hunderdorf und Mitterfels verläuft. Ungefähr 100 Jahre nach der Öffnung der Bahnlinie im Jahre 1895 wurde die Strecke endgültig stillgelegt, und in den darauffolgenden Jahren zum Fahrradweg umgebaut.
Am Fronleichnamstag fuhr ich bei angenehm warmen Wetter mit dem Bike im Kofferraum nach Bogen, parkte am Bahnhof und lud aus. Der e-Bike-Verleih ist ganz in der Nähe des Bahnhofs, ich hatte aber im Vorfeld nicht bedacht, dass er am Feiertag geschlossen war. So blieb mir immerhin ein Blick in das Schaufenster.

Am Bahnhof selbst kann man eine alte Rangier-Diesellok sowie einen ehemaligen Personenwagen der Deutschen Bundesbahn sehen, der zur Radlerpension ausgebaut wurde.


Die von Straubing her kommende Bahnlinie endet hier in Bogen, und ebenso die Gleise. Der Donau-Regen-Radweg beginnt aber nicht in der Verlängerung dieser Schienen, sondern man muss durch den Ort über die Bahnhofstraße und die Bayerwaldstraße fahren


Nach einer kurzen Besichtigung des Bayern-Böhmen-Europaparks verließ ich dann Bogen auf der alten Bahntrasse.
Richtung Hunderdorf ist der Radweg flach und geteert, etwas abseits der Straße ein sehr entspanntes Fahren. Kurz vor dem Ortsanfang von Hunderdorf sieht man rechter Hand auf der Anhöhe Kloster und Tagungsort Windberg.


Ein überdachter Wartebereich am Pendlerparkplatz in der Ortsmitte sollte später noch eine wichtige Rolle spielen…
Ab hier ist der Radweg nicht mehr geteert, sondern gewalzt, aber gut zu befahren, vor allem weil die Steigungen nie stark sind – sonst hätte hier ja früher keine Eisenbahn fahren können. Ein bisschen staubig werden die Füße zwar, aber das nimmt man gerne in Kauf, denn der größte Teil des Radweges führt dann nicht mehr an der Straße entlang, sondern mitten durch den Wald, eine Erholung für das Auge und ebenso für die Lunge.


Immer wieder kommt man auch durch Unterführungen und über Brücken der alten Bahntrasse.


Auf Höhe der Ortschaft Mitterfels steht mitten im Wald noch der ehemalige Bahnhof, heute ein Baudenkmal. Über den Ort Haselbach gelangt man nach Haibach, wo am Flüsschen Menach eine alte Mühle steht, in der ein Mühlenmuseum untergebracht ist. Die Burgruine Haibach sieht man leider nicht vom Tal aus.


Zahlreiche Radler begegnen mir und genießen die Fahrt auf dem Donau-Regen-Radweg ebenso wie ich.
Allerdings bewölkt sich der Himmel nun mehr und mehr, und obwohl es noch sehr warm ist, erscheint mir die Wetterlage etwas unzuverlässig. Darum entschließe ich mich, bei Haibach umzukehren und zurückzufahren. Eine gute Entscheidung, denn jetzt ist auch schon entferntes Donnergrollen zu hören. Ich fahre immer schneller, denn es geht auch leicht bergab. Schon fallen die ersten Regentropfen.
Kurz vor Hunderdorf beginnt es dann wirklich zu regnen, gerade noch rechtzeitig erreiche ich den vorhin erwähnten Unterstand. Und dann öffnet der Himmel seine Schleusen, es schüttet wie aus Kübeln, und sogar einige Hagelkörner sind dabei.
Ein Motorradfahrer ist auch hierher geflüchtet, ebenso mehrere Fahrer von historischen Traktoren, deren Fahrt durch das Wetter abrupt unterbrochen wurde.


Drei Viertelstunden lang harren wir gemeinsam aus – dann ist das Unwetter so schnell vorbei, wie es begonnen hat. Die Sonne zeigt sich wieder, alle sind froh darüber und können endlich weiterfahren.
Ein Glück, dass der Weg nun geteert ist. Nicht nur die Räder bleiben sauber, es hat auch eine ganz besondere Stimmung nach dem reinigenden Regen. Die Sonne wärmt den Fahrbahnbelag so stark auf, dass sich Dampfschwaden bilden – ein sehr interessantes Naturschauspiel.



In Bogen angekommen mache ich noch einen kleinen Abstecher zur Klosterkirche Peter und Paul in Oberalteich.
Das ist nicht weit entfernt, und die Kirche ist sehr sehenswert.


Dann geht es zum Bahnhof zurück, und mit einem Blick auf den Bogenberg endet diese Tour. 5 Stunden hat sie gedauert, inklusive aller Umwege, Stopps und der Regen-Unterbrechung. Für die zurückgelegten 55 km habe ich zwei Akkus leer gefahren. Bisher war das meine weiteste Tour, und landschaftlich eine der schönsten. Außerdem auch die ereignisreichste, durch das Gewitter…


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